Product was successfully added to your shopping cart.
+49 (0) 29 52 - 4 44KONTAKT
0item(s)

Sie haben keine Artikel im Warenkorb.

Geflügelzucht einfach erklärt

Geflügelbrut und Geflügelaufzucht

Brut und Aufzucht von Geflügel

In der Hühner- und Geflügelzucht gibt es einiges zu beachten, wenn Sie erfolgreich Züchten und Ausstellen möchten. Deshalb haben wir Ihnen hier einige Informationen für die erfolgreiche Zucht von Hühnern und Geflügeln verschiedener Arten zusammengefasst.

Vorraussetzungen für den Bruterfolg

Bevor Sie mit dem Züchten anfangen, sollten Sie die Vorfahren nach gewünschten Merkmalen und auf eine ausgeglichene Erbsubstanz beurteilen. Dabei sollten möglichst unterschiedliche Tiere miteinander verpaart werden um einen möglich vollständigen Genpool zu erhalten. Anschließend kann dann durch Verpaarung von verwandten Tieren das gewünschte Merkmal herausgezüchtet werden. Verpaaren Sie aber keine direkten Vollgeschwister oder Eltern mit Kindern. Dies festigt nicht nur erwünschte, sondern ebenso auch unerwünschte Merkmale und führt zum Verlust genetischer Merkmale (= genetische Drift).
Wenn Sie mit einem neuen Zuchthahn weiterzüchten wollen, sollten Sie mindestens 18 bis 20 Tage warten, bevor Sie mit dem Sammeln von Eiern zur Brut beginnen.
Zuchthennen sollten mindestens 1 Jahr alt sein, damit sie ausgiebig auf ihre Widerstandskraft und Leistungseigenschaften erprobt sind. Die Vitalität ist hierbei besonders zu beachten.

Neben der Auswahl geeigneter Hennen und Hähne sollten Sie die äußeren Umstände für eine erfolgreiche Zucht anpassen. Dazu gehört viel Frischluft im Zuchtstall und ausreichend Licht. Beachten Sie dabei aber, dass der Stall sich nicht unnatürlich durch Sonneneinstrahlung aufheizen sollte, damit Krankheitserregern und Schädlingen vorgebeugt wird. Bei schlechtem Wetter sollten Sie die Hennen im Stall halten. Auch eine künstliche Wärme- und Lichtquelle ist ein wichtiger Punkt in der erfolgreichen Geflügelzucht.

Der Umgang mit Bruteiern

Eier, die zur Zucht bestimmt sind, lassen sich problemlos einige Tage lagern bis Sie genügend Eier für einen Brutvorgang gesammelt haben. Dabei sollten Sie allerdings einige Dinge beachten:

  • Lagerung unter 5°C schadet dem Keim, deshalb sollten Eier bei 8 - 12 °C gelagert werden
  • Eier trocknen bei Lagerung aus
  • die Lage der Eier hat kaum Auswirkung, üblicherweise werden Eier auf der Seite oder mit dem stumpfen Ende nach oben gelagert
  • bei einer Lagerung über 1 Woche erhöht tägliches Wenden die Schlupfrate, da Dotter und Keim sonst absinken
  • bei der Kunstbrut erzielen alte Eier schlechtere Ergebnisse
  • bei der Naturbrut können auch 14 Tage alte Eier noch gute Ergebnisse erzielen
Sie können alte Eier auffrischen, indem Sie diese 2 bis 3 Stunden in warmes Wasser (max. 38°C) legen. Dadurch nehmen die Eier verlorene Feuchtigkeit wieder auf. Bei dieser Methode erzielt die anschließende Naturbrut bessere Ergebnisse als die Kunstbrut.
Sie sollten im Vorherein unnatürlich geformte und Eier mit schlechter Schale aussortieren. Dies sind vor allem Eier mit besonders großporiger Schale, rau- oder dünnschalige Eier und Eier mit wandernder Luftblase oder Blutflecken. Kleine Risse in der Schale lassen sich leicht mit Holzleim abdichten. Dieser schützt das Innere des Eis vor Bakterien.
Außerdem sollten Sie die Eier nach Gewicht und Größe beurteilen. Sie können sich nach dem Rassestandart richten.
Stark verschmutzte Eier können Sie mit lauwarmen Wasser reinigen und anschließend Lufttrocknen. So kommen weniger Verunreinigungen in den Brutschrank.

Kennzeichnung der Eier

Eier sollten Sie kennzeichnen um sie der passenden Henne zuordnen zu können. So können Sie gezielt bestimmte Linien auseinanderhalten und mit diesen Linien weiterzüchten. Die Kennzeichnung der Eier wird häufig mit einem Bleistift oder einem lösungsmittelfreiem Filzschreiber vorgenommen. Einige Züchter argumentieren gerade bei der Naturbrut, dass sich der Bleistift durch das Wenden abreibt. Gegenteilige Meinungen behaupten, dass die Farbe der Filzschreiber durch die Poren in der Schale in das Ei eindringen und so der Brut schaden. Sie sollten für sich selbst entscheiden, welche Art der Kennzeichnung Sie bevorzugen. Die Eier jeder Henne sollten Sie in unterschiedliche Bruthorden legen, damit Sie diese auch nach dem Schlupf noch trennen können. Skizzieren Sie sich dabei in welcher Horde die Eier der jeweiligen Henne liegen.

Das Schieren der Bruteier

Das erste Schieren der Bruteier erfolgt bei weißen Eiern in der Regel am 4 - 5 Tag, bei braunen Eiern erst am 6 - 7 Tag. Beim Schieren dreht man das Ei und durchleuchtet es von allen Seiten.
Anzeichen für eine erfolgreiche Befruchtung:

  • Eiklar ist etwas dunkler
  • im Inneren befindet sich ein beweglicher Körper von dem Adern ausgehen
  • es hat sich eine große Luftblase am stumpfen Ende gebildet
  • schwarzer Fleck (Embyro) wird sichtbar
Anzeichen für unbefruchtete oder kaputte Eier:
  • der Embyro wird als schwarzer Fleck sichtbar, bewegt sich beim Drehen des Eis aber nicht
  • Blutringe
Zwischen dem 10. und dem 14. Tag werden die Eier erneut durchleuchtet. Zum 21. Tag sollten die Küken schlüpfen.

Die Kunstbrut

Die Kunstbrut macht Sie unabhängig von Zeit und Wetter, denn Sie müssen nicht warten, bis eine Henne zu glucken beginnt. Die Verluste durch eine unachtsame Glucke oder Parasiten werden auf ein Minimum reduziert. Bei der Kunstbrut sollten Sie die Brutmaschine in Räumen mit Zimmertemperatur und ohne starke Wärmeschwankungen aufstellen. Der Brüter sollte vor oder nach jeder Benutzung gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Dazu eignen sich küchenübliche Desinfektionsmittel oder unser Produkt Inter Spraydes zur Desinfektion von Gegenständen und Flächen auch im Hühnerstall.

Besonders wichtig ist die Einhaltung der richtigen Temperatur. Dafür ist ein gutes Thermometer von Nöten. Sie sollten ihr Thermometer immer mal wieder mit einem Fieberthermometer überprüfen, indem Sie beide in ein Gefäß mit warmem Wasser legen und abgleichen. Die Temperatur im Brutschrank sollte zwischen 37 und 38 °C liegen, wobei eine zu hohe Tmeperatur oft schlimmer angesehen wird als eine zu niedrige Temperatur. Beides schadet aber dem Schlupfergebnis. Deshalb sollten starke Temperaturschwankungen vermieden werden.

Neben der Temperatur ist auch die Feuchtigkeit in der Brutmaschine von besonderer Bedeutung. Diese wird mit einem Hygrometer gemessen und ist in einigen bei uns erhältlichen Brutmaschinen schon verbaut. Bei der normalen Brut verlieren die Eier rund 1/5 ihrer Feuchtigkeit. Deshalb sollte in einer Brutmaschine eine relative Feuchte von ca. 50 - 60 % herrschen. Sobald es auf den Schlupftag zugeht (in der Regel zwischen dem 19. und 21. Tag) sollte die Feuchtigkeit im Brüter auf ca. 80 - 90 % erhöht werden. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit können die Küken die Eihaut leichter durchstoßen und so einfacher schlüpfen. Beachten Sie die Empfehlungen für Ihre Geflügelart.
Zu trockene Luft im Brüter führt zu einer großen Luftblase, welche den Platz im Ei sehr beschrenkt und so zu verkümmerten und verkrümmten Füßen führen kann. Die Eihaut wird trocken und hindert so die Küken am durchstoßen.
Ein zu feuchtes Klima ist aber auch nicht von Vorteil Das Eiklar wird nicht komplett verbraucht und die Küken schlüpfen unansehnlich und verklebt, außerdem erscheinen sie aufgedunsen.

Bei Brutmaschinen der Marke Covatutto brauchen Sie sich in der Regel keine Gedanken um den Sauerstoffaustausch zu machen. Alle Brutmaschinen sind mit Luftschlitzen versehen. Sollten Sie dennoch einmal das Gefühl haben, dass nicht genügend Sauerstoff im brutraum vorhanden ist, können Sie Türen einen Moment öffnen.

Das Wenden der Eier ist besonders wichtig, denn es verhindert ein Absacken des Embyros nach unten und ein Festkleben an der Schale. Automatische Wenden finden sich in den vollautomatischen Brutmaschinen von Covatutto. Bei halbautomatischen Brutmaschinen müssen Sie die Eier von Hand wenden. Zwischen Tag 3 und 10 wenden Sie die Eier ca. 2 - 3 mal am Tag. Ab Tag 11 bis 17 nur noch 1 - 2 mal am Tag. Bei Flächenbrütern tauschen Sie außerdem die äußeren mit den inneren Eiern. Bei Schrankbrütern sollten sie alle 2 bis 3 Tage die Laden untereinander tauschen. Um die Kühlung zu simulieren (Glucke steht zwischendurch immer mal wieder zum Fressen und Trinken auf) öffnen Sie die Brutschranktür für etwa 5 Minuten am Tag. Ab dem 18. Tag sollten Sie die Eier in Ruhe lassen und keine Veränderungen mehr vornehmen.

Ab dem 19. oder 20. Tag zeigen sich erste Schlupfaktivitäten. Das ist der Zeitpunkt, zudem Sie die Luftfeuchtigkeit auf ca. 80 - 90 % relative Feuchte erhöhen sollten. Dies erreichen Sie, indem Sie die Wasserbehälter mit warmen Wasser füllen oder in warmen Wasser getränkte Handtücher in den Brüter legen. Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit immer mit einem Hygrometer. Den brutschrank sollten Sie nur öffnen, wenn es absolut notwendig ist. Das heißt, wenn die Anzahl geschlüpfter Küken zu hoch ist und die anderen Küken am Schlüpfen hindern oder sich zu viele Eierschalen in der Brutmaschine befinden.
Die geschlüpften Küken sollten aber solange im Brüter gelassen werden, bis sie vollständig getrocknet sind. Küken können so bis zu 24 Stunden nach dem Schlupf im Brutschrank verbleiben.
Sobald alle Küken geschlüpft und der Brüter außer Betrieb genommen wird, sollten Sie diesen gründlichst reinigen und desinfizieren. So wird Keimen und Bakterien wirksam vorgebeugt.

Brutfehler

  1. viele abgestorbene Embryonen beim 1. Schieren
    • mangelnde Vitalität bei Elterntieren
    • falsche Regulierung der Temperatur
    • unzureichende Belüftung
    • verkehrtes Wenden
  2. späteres Absterben
    • Pullorum-Infektion
    • dünnflüssige Substanzen treten aus der Schnittstelle = Wasseraustausch während der Entwicklung gestört (zu viel Feuchtigkeit)
    • feuchte & klebrige Küken = zu kalt gebrütet
    • blaue Schnäbel = Erstickungstod
  3. Absterben während des Schlupfes
    • zu hohe Temperatur bei zu geringer Feuchtigkeit = eingetrocknete innere Membran (Widerstand zu groß)
  4. zu hohe Temperatur = Missbildungen wie Kreuzschnäbel oder krumme und verbogene Zehen
  5. Blutringe nach etwa 5 Tagen Brutzeit = Temperatur zu hoch
  6. harte, bräunliche Gerinnsel beim Schlupf = zu geringe Feuchtigkeit

Kennzeichnung von Küken

Sie sollten frisch geschlüpfte Küken markieren um sie so der jeweiligen Henne zuordnen zu können. Für diesen Zweck gibt es Kükenmarken oder Ringe. Kükenmarken werden in der Haut zwischen Oberarm und Speiche angebracht. Dafür eignen sich besonders sogenannte Resimarken, die nicht so stark einwachsen und sich leicht anbringen lassen. Eine andere Variante stellen Markierungsringe in verschiedenen Farben dar. Diese lassen sich um den Fuß drehen oder überstreifen. Küken lassen sich auch aus Entfernung leicht auseinander halten. Allerdings müssen diese Ringe regelmäßig durch größere ersetzt werden, bis etwa in der 6 Woche mit einem Bundring beringt werden kann.

Künstliche Aufzucht

Sie sollten eine künstliche Wärmequelle einen Tag vor dem Einsetzen der Küken schon aufheizen. So bleibt Ihnen genügend Zeit, die Wärmequelle zu überprüfen. Als Wärmequelle eignen sich Dunkelstrahler oder Infrarotlampen. Eine zu helle Lichtquelle stört die Nachtruhe und sorgt für Unruheverhalten wie Federpicken. Dunkelstrahler erzeugen zwar Wärme aber kein Licht und sind deshalb anderen Wärmelampen vorzuziehen.

Temperatur auf Kopfhöhe der Küken:

  • 1. Woche: ca. 32°C
  • 2. Woche: ca. 28 - 30°C
  • 3. Woche: ca. 24 - 28°C
  • 4. Woche: ca. 20 - 24°C
Die Temperatur können Sie leicht prüfen, indem Sie die Küken beobachten. Drängen sich die Küken alle unter lautem Piepen unter der Wärmequelle ist es zu kalt. Stehen die Schnäbel offen und sitzen die Küken weit auseinander, ist es zu warm. Zeigt sich eine lockere Verteilung mit einem leisen Piepen ist die Temperatur genau richtig.

Neben Lampen können Sie auch Wärmeplatten in den Kükenstall stellen. Diese lassen sich auf den Boden oder Füße stellen, sind energiesparsam und lassen sich stufenlos regulieren.

Besonders vorteilhaft sind Kükenaufzuchtboxen, die mit allem notwendigen Zubehör ausgestattet sind. Die Boxen verfügen über Schiebetüren aus Plexiglas, eine Wärmequelle, elektronische Temperaturregelung und Futter- sowie Wasserspender. Die Kotwannen und Laufgitter erleichtern die Reinigung erheblich.

Nach etwa 2 bis 4 Wochen setzen Sie die Küken in einen etwas größeren Raum mit Wärmequelle. In diesem Raum / Stall sollten Sie keine älteren Hühner halten, da diese Kokzidien und Wurmeier einschleppen. Nach jeder Aufzucht sollten Sie den Kükenauslauf unter Zusatz von Branntkalk umgraben, damit eine schnellere Umsetzung des Kükenkots gewährleistet ist. Sie sollten Ihren Kükenauslauf auf jeden Fall gegen Katzen, Mäuse und Greifvögel schützen. Ausreichend Wasser- und Futtergefäße sind auch ein Muss. In den ersten Wochen reicht ein ca. 40 cm langer Trog für etwa 50 Küken. Sie sollten immer darauf achten, dass alle Küken gleichzeitig fressen können, da sonst die schwächeren Küken von den Stärkeren verdrängt werden und durch den Herdentrieb das Fressen nicht mehr nachholen. Außerdem sollten Sie den Küken einen Auslauf im Freien anbieten.

Fütterung

Die wenigsten Züchter mischen ihr Futter noch selbst, da es einfach zu kostenintesiv ist und aufwendig ist. Fertige Mischungen sind einfach zu bekommen und enthalten alle notwendigen Elemente für eine gesunde Aufzucht. Küken bevorzugen in der Regel natürlich gekörntes Futter. Daher sollten Sie in den ersten Tagen Kükengrütze mit Aufzuchtmehl füttern. Reines Aufzuchtmehl wird eher schwer angenommen und bedarf einer Angewöhnung. Sie können das Aufzuchtmehl mit etwas Wasser mischen um den Küken die Gewöhnung zu erleichtern. Kükengrütze sollten Sie den Küken reichen, da dieses die einfachere Verdauung des Eidotters fördert.

Halten Sie die Tröge sauber, damit keine Keime ins Futter gelangen können. Außerdem sollten Sie nur so viel füttern, wie in einer halben Stunde gegessen wird. Dies verhindert, dass die Küken nur die leckere Grütze fressen und alles andere liegen lassen. Als Alternative können Sie aber auch gegrütztes Kükenmehl verwenden. Eine weitere Möglichkeit den Küken alle Mineralstoffe und Elemente für eine gesunde Entwicklung zukommen zu lassen, ist Kükenpressfutter. Dies ist eine saubere Alternative zu Grütze, es enthält alle nötigen Bestandteile und Fütterungsfehler werden vermieden.

Kükenfutter gibt man im Allgemeinen bis zur 10. oder 12. Woche.
Sie brauchen keine anderen Mittel zufüttern und sollten auf Kartoffeln und andere Haushaltsabfälle verzichten. Hingegen sind hart gekochte und zerkleinerte Eier empfehlenswert.

Neben Kükenfutter können Sie den Küken auch Grünfutter anbieten. Neben jungem Gras, Löwenzahn, Brennnesseln, Vogelmiere und roten Möhren gibt es noch weiteres Grünfutter an dem die jungen Tiere gerne picken. Auch Leckerein wie Magermilchquark, Futterhaferflocken mit Milch eingedickt oder altes Weißbrot mit Milch kann gefüttert werden und wird gerne angenommen.
Schon von Anfang an sollten Sie Grit oder groben Sand zur freien Verfügung anbieten, denn dies fördert die Verdauung.

Fehler bei der Kükenaufzucht

Halten Sie keine Küken verschiedenen Alters zusammen, da sonst jüngere Küken von den Älteren abgedrängt werdne und so weniger Wasser, Futter und auch Wärme bekommen. Wie schon erwähnt fressen abgedrängte Küken nicht mehr, wenn die Stärkeren den trog freigeben. Sie unterliegen zu stark dem Herdentrieb und schließen sich eher der Gruppe Küken an, wenn diese von den Trögen weggehen. So nehmen die jüngeren Küken von Tag zu Tag immer weniger auf und verhungern langsam.

Vermeiden Sie Zugluft im Stall, damit die Küken sich nicht erkälten und setzen Sie nicht zu viele Küken zusammen. Forschungen haben herausgefunden, dass Küken zum federfressen neigen, wenn mehr als 20 Tiere zusammen gesetzt werden, egal wie viel Platz man ihnen bietet. Küken erkennen die Mitglieder ihrer Gruppe nicht mehr und sind dann dem konstanten Stress durch Kontakt mit "fremden" Tieren ausgesetzt.

Federfressen ist ein allgemeines Problem bei Küken. Mit dem ersten Federsprießen entsteht ein hervorstehender Blutkiel an dem die Küken picken und daran Gefallen finden. Sie picken immer weiter daran herum. Deshalb sollten Sie Küken anderweitig beschäftigen. Beschäftigung ist für junge Küken eine große Hilfe gegen Kannibalismus und Federfressen. Legen Sie z.B. ein Stück Rübe in das Gehege, an dem die Küken picken können.

Aufzucht von Jungtieren

Jungtiere können Sie ab der 3. Woche langsam von der Wärmequelle entwöhnen. An wärmeren Tagen können Sie die Wärmequelle für einige Zeit abstellen. Ab der 5. bis 6. Woche können Sie die Wärmequelle nur noch nachts in Betrieb nehmen. Sobald alle Küken auf Sitzstangen übernachten, kann die Wärmequelle ganz entfernt werden. Außerdem sollten Sie langsam auf Junghennenfutter umstellen und Hennen getrennt von Hähnen aufziehen. Nach und nach können Sie dann auch Körnerfutter untermischen und so den Jungtieren den Futterwechsel erleichtern.

Im Alter von 4 Wochen sollten Sie den Jungtieren ermöglichen aufzubaumen. Dazu stellen Sie ca 8 - 10 cm breite, abgerundete Bretter etwa 10 cm über dem Boden auf. Ab der 6. Woche können Sie die Höhe auf ca. 50 cm erweitern und nur noch 4 - 5 cm breite Stangen anbieten. Sitzstangen verhindert ein Zusammendrängen in Ecken. Dies führt häufig dazu, dass Jungtiere sich gegenseitig erdrücken.

Gewöhnen Sie Ihre Jungtiere auch langsam an schlechtere Witterungsverhältnisse durch nächtliche Unterbringung in Junghennenhütten. Diese sollten nach allen Seiten mit Drahtgeflecht gegen Beutegreifer wie Katzen oder Greifvögel geschützt werden. Sorgen Sie außerdem für ausreichend belüftung in allen Unterbringungen.

Ab der 6. bis 8. Woche kommen die Jungtiere in einer erneute Mauser zum Junghennengefieder. Hähne zeichnen sich durch eine stärkere Kamm- und Kehllappenentwicklung aus. Außerdem zeigehn Sie glänzenderes Gefieder, besonders im Hals- und Sattelbehang, sowie spitze Federn. Ihr entgültiges Federkleid erhalten Hähne mit einer weiteren Mauser im 4. Monat, die sich zum 6. bis 8. Monat hinzieht. Bei Hennen ist diese letzte Mauser zwischen dem 4. und 6. Monat. Hennen bilden im Gegensatz zu Hähnen runde Federn aus.

Bei großen Rassen kommt mit 10 bis 12 Wochen die Zeit für die entgültige Beringung mit Bundesringen, sollten Sie Ihre Tiere auf Geflügelschauen ausstellen wollen. Bei verzwergten Rassen kann dies eventuell schon mit 5 bis 6 Wochen der Fall sein. Die Beringung erfolgt nach der Musterbeschreibung des Bundes deuchtscher Rassegeflügel BDRG. Die passende Ringgröße können Sie auch auf unserer Seite im Ringgrößen-Verzeichnis nachlesen. Dort sind alle Geflügelrassen nach Art aufgelistet.

Parasiten, Viren und Bakterien

Natürlich können wir Ihnen nicht alle Krankheiten in der Geflügelzucht aufzeigen. Wir führen hier die häufigsten Krankheiten und Parasiten auf. Ob und wie Sie Ihre Tiere behandeln, bleibt in Ihrer Verantwortung. Sollten Sie ein ungewöhnliches Verhalten bei Ihren Tieren beobachten, sollten Sie auf jeden Fall eine proffessionelle Meinung einholen und einen Tierarzt konsultieren.

Außenparasiten (Ektoparasiten)

Rote Vogelmilbe

Rote Vogelmilben werden von Wildflügeln auf Hausgeflügel übertragen. Sie saugen Geflügel Blut ab, was gerade bei Jungvögeln aufgrund des hohen Blutverlusts zum Tod führen kann. Diese Milbenart lebt in Ritzenm Auflagestellen von Sitzstangen und deren Unterseiten. Befallene Hühner und Geflügel sind matt und teilnahmslos, zeigen blasse Kämme, Kehllappen und Gesichter. Eine Bekämpfung mit Pulver auf Silikatbasis hat sich bewährt, dennoch sollten Sie Ihre Hühner ständig kontrollieren, damit es nicht zu einem weiteren Ausbruch kommt. Auch eine äußere Behandlung mit Tropfen ins Federkleid (ähnlich wie bei Katzen und Hunden) ist möglich, sowie die Bekämpfung durch Raub- oder Predatormilben.

Hühnerfloh

Hühnerflöhe werden von Glucken auf Küken übertragen. Sie leben ebenfalls in Ritzen, aber auch in trockenem Stroh oder trockenen Kotteilchen. Die Bekämpfung erfolgt mit handelsüblichen Pudern und Sprays.

Federling

Federlinge leben auf Tieren rund um den After und fressen hautschuppen sowie Federn. Sie beunruhigen das Geflügel durch andauerndes Herumkrabbeln. Auch kann man im Gefieder Gänge sehen, die die Federlinge gefressen haben.

Kalkbeinmilbe

Kalkbeinmilben werden durch den Kauf neuer Tiere eingeschleppt und leben unter den Beinschuppen. Diese bilden grau-weiße Borken aus, was zu einem andauernden Juckreiz führt. Häufig sind Kalkbeinmilben bei Geflügel mit großen Beinschuppen zu beobachten. Zu Anfang kann man die betroffenen Tiere mit Pflanzenöl behandeln, indem man die Beine damit einreibt. Zudem kann man Präparate zur Bekämpfung von Ektroparasiten nutzen, wie es sie für Hunde und Katzen gibt.

Innenparasiten (Endoparasiten)

Spulwurm

Spulwürmer leben bevorzugt im Dünndarm und vermehren sich durch Eier, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Sie führen zu einer hochgradigen Schwächung der Tiere, insbesondere der Küken. Betroffene Tiere sind matt, zeigen hängende Flügel, durchfallartige Ausscheidungen, fressen viel aber nehmen dennoch ab und haben Lähmungserscheinungen. Bekämpfen läss sich Spulwurm-Befall mit Breitband-Anthelmintika, wobei man diese Kur hin und wieder wiederholen sollte. Eine weitere Maßnahme ist auch die Entseuchung des Bodens mit Spritzmittel und Branntkalk.

Haarwurm

Haarwürmer nisten sich in der Darmschleimhaut ein und vermehren sich wie Spulwürmer. Jungvögel sind besonders häufig befallen. Die Symptome und Behandlung sind gleich mit denen des Spulwurms.

Bandwurm

Bandwürmer sind ca 1 mm bis 10 cm groß und nisten sich ebenfalls in den Innereien ein. Befallene Tiere magern ab, haben Durchfall und Lähmungserscheinungen. Bandwürmer lassen sich mit Präparaten vom Tierarzt bekämpfen.

Kokzidien und Histomonaden

Es gibt 9 verschiedene Arten Kokzidien, welche alle blutige Durchfälle, wässrigen Kot und Abmagerungen verursachen. Die spätere Behandlung erweist sich oft als schwierig, weshalb Jungtiere geimpft werden sollten. Bei Befall mit Histomonaden magern Tiere ab und zeigen schwarzbläuliche Kämme und Kehllappen. Der Verlauf ist schleichend und führt oft zum Tode. Die behandlung ist äußerst schwierig, da die meisten wirksamen Medikamente mittlerweile für Hühner verboten sind.

Bakterien und Viren

Weiße kükenruhr

Weiße Kükenruhr wird durch Salmonella Gallinarum-Pullorum hervorgerufen und ist oft verantwortlich für eine hohe Kükensterblichkeit in den ersten Wochen. Die Infektion zeigt sich schon an einem schlechten Schlupf, da die weiße Kükenruhr von Elterntieren auf das Brutei übertragen wird. Außerdem werden die Bakterien durch Kot ausgeschieden und von Wildvögeln übertragen. Anzeichen für weiße Kükenruhr sind außerdem weißer, die Kloake verklebender Kot, Atmenot, Abmagerung und Durchfall. Bei einer Infektion in Ihrem bestand sollte eine Blutuntersuchung der Alttiere durchgeführt werden. Betroffene Tiere müssen sofort aus dem Bestand genommen werden. Eine Antibiotikabehandlung kann bei Küken durchgeführt werden.

Marek'sche Krankheit

Die Marek'sche Krankheit ist ein Hühnerherpesvirus, welches zu einer Anhäufung von weißen Blutkörperchen zwischen den Nervenfasern führt. Dies wiederum äußerst sich in Lähmungserscheinungen, besonders in Beinen und Flügeln. Gelegentlich sind auch innere Organge oder die Thymusdrüse befallen oder es kommt zu Pupillenverzerrungen. Die Krankheit kann ab der 8. Woche ausbrechen, zeigt sich aber am stärksten im 4. bis 6. Monat durch einen unnatürlich stolzierenden Gang, Lähmungen und durchfall. Diese Krankheit ist nicht heilbar, weshalb Küken schon zu Beginn ihres Lebens gegen sie geimpft werden sollten.

Impfungen

Im folgenden Absatz finden Sie die ür Züchter wichtigsten Impfungen für Geflügel und eine Tabelle, wann und wie die Impfungen zu verabreichen sind.

Newcastle-Krankheit

Die Newcastle-Krankheit führt zu einem massenhaften Sterben in Geflügelställen und gehört zu den gefährlichsten Virusinfektionen. Bis zu 90 % des Geflügelbestands kann diesem Virus zum Opfer fallen, wenn nicht rechtzeitig dagegen geimpft wird. Daher gibt es eine Vorschrift, die besagt, dass alle Hühner- und Putenbestände unter laufenden Impfschutz zu stellen sind. Bei Geflügelschauen werden nur Geflügel zugelassen, die eine aktuelle Impfung nachweisen können.

Marek'sche Krankheit

Die Impfung gegen die Marek'sche Krankheit sollte bei Eintagsküken, spätestens jedoch am dritten Tag nach dem Schlupf erfolgen. Das Risiko einer Infektion durch belasteten Staub steigt mit jedem weiteren Tag. Um ein erhöhtes Risiko zu vermeiden, sollten Aufzuchtstall und andere Einrichtung gründlichst desinfiziert und gereinigt werden.

Infektiöse Bronchitis

Dieses Vierus wird durch Staub und Tröpfchen übertragen, weshalb Tiere auf Ausstellungen besonders gefährdet sind. Bei Jungtieren zeigt sich eine Erkrankung häufig mit typischen Anzeichen von Atemwegserkrankungen, wie Niesen mit Kopfschütteln, Schnabelatmung und röchelndem Atemgeräusch. Bei älteren Tieren zeigt es sich häufig nur durch verringerte Vitalität, geringe Futteraufnahme und Legeleistungsabfall. IB lässt sich in Kombination mit der Newcastle-Krankheit impfen.

Infektiöse Laryngotracheitis

ILT ist eine durch Herpesviren ausgelöste Erkrankung der Atemwege. Jungtiere sind ab der 10. Woche gefährdet, da die durch das Brutei übertragene mütterliche Immunität langsam abschwächt. Die Infektion führt zu einer blutig-eitrigen Kehlkopf- und Luftröhrenentzündug mit blutigem Auswurf. Der Tod erfolgt durch Ersticken und kann bis zu 50 % des Bestandes treffen. Deshalb sollte diese Krankheit nicht unterschätzt werden. Oft sind Tiere betroffen, die auf Geflügelschauen ausgestellt worden sind. Die Inkubationszeit beträgt 6 bis 15 Tage, während betroffene oder geheilte länger als ein Jahr ansteckend bleiben können. Die Impfung erfolgt über die Augentropfmethode und sollte nicht in Kombination mit einer IB-Impfung stattfinden, da diese Kreizresistent sind.

Kokzidiose

Der Impfstoff gegen Kokzidiose wird den Küken zwischen dem 4. und 10. Lebenstag über das Trinkwasser verabreicht. Er beinhaltet abgeschwächte, aber immer noch vermehrungsfähige Erreger. Durch ständige Wiederaufnahme der ausgeschiedenen Erreger bildet sich langsam eine Immunität. Dies setzta ber voraus, dass der Züchter den Stall mindestens zwei Wochen lang nicht reinigt und kein Futter mit Kokzidiostika füttert.

Alter Impfung Art
1. Tag Marek'sche Krankheit Injektion in die Beinmuskulatur
4. - 10. Tag Kokzidiose Eingabe ins Trinkwasser
6. Woche Newcastle-Krankheit Eingabe ins Trinkwasser
8. Woche Infektiöse Bronchitis (IB), Erste Impfung Eingabe ins Trinkwasser
10. - 12. Woche Infektiöse Laryngotracheitis (ILT) Augentropfmethode
16. Woche Infektiöse Bronchitis (IB), Zweite Impfung Eingabe ins Trinkwasser
18. Woche Newcastle-Krankheit Eingabe ins Trinkwasser
30. Woche Newcastle-Krankheit Eingabe ins Trinkwasser